Solo

Glaubt ein Spieler, so gute Karten zu haben, daß er das Spiel allein gegen drei Gegner gewinnen kann, so erklärt er Solo. Nach Vereinbarung kann beim Solo auch eine andere Farbe als Trumpf bestimmt werden. Auch hier bleiben die Damen und Buben die höchsten Trümpfe. Meistens ist es Brauch, daß der Solospieler zuerst ausspielt, auch wenn er nicht Vorhand hat. Es kann aber auch vereinbart werden, daß dieser Brauch nicht gelten soll. Damit wird das Solospielen u. U. sehr erschwert. Denn wenn der Solospieler blanke Asse hat, aber nicht in Vorhand sitzt, so kann es geschehen, daß ihm seine Asse abgeholt werden, denn wir wissen ja schon, daß dem zuerst ausgespielten As der Stich gehört.

Beispiel: Ein Spieler hat 5 Damen, 3 Buben, Herz As und Zehn, Kreuz As und Karo As. Das ist eine gute Solokarte, wenn er ausspielen darf. Er wird dann Herz als Trumpf erklären und Kreuz As und Karo As ziehen. Darf er aber nicht ausspielen, so ist das Solo sehr gewagt, denn wenn die Gegner ihm seine beiden Asse abholen, so ist das Spiel so gut wie verloren.

War er aber am Ausspielen und hat er die beiden Stiche mit Kreuz As und Karo As hereinbekommen, so spielt er nicht gleich seine höchsten Trümpfe aus, sondern versucht erst, mit den Buben den Gegenspielern ihre Damen herauszuholen. Dann kann er nachher mit seinen Damen womöglich alle restlichen Trümpfe abfordern. Das ist sehr wichtig, denn macht ein Gegner die letzten Trumpfstiche, wenn die anderen Gegner keine Trümpfe mehr haben, so wimmeln diese natürlich hochzählende Karten, und das Spiel geht dadurch verloren.

Hat ein Spieler beide Alten und sonst sehr gute Karten, so kann er ein "Heimliches Solo" spielen. Statt also den ersten Stich mitzunehmen, wie vorher beschrieben, verschweigt er, daß er beide Alten hat und daß er Solo spielen will. Hierbei kann demnach die Karo-Farbe als Trumpf nicht abgesagt werden. Der Spieler muß ja nicht gleich die Alten ziehen, sondern darauf bedacht sein, die Gegner über seine geheime Absicht möglichst lange im Dunkeln zu lassen. Sonst ist der Spielverlauf derselbe wie sonst.

Hier und da wird auch "Damen- oder Buben-Solo" gespielt. Dabei scheiden jeweils entweder die Buben oder die Damen als Trumpf aus und reihen zwischen König und Neun in ihrer Farbe ein. Trumpf sind dann nur entweder die Damen oder nur die Buben. Diese Art Solo ist nur zu gewinnen, wenn die Damen oder Buben günstig verteilt sind und der Spieler eine gute Askarte oder eine sehr lange Farbe hat. Ob Damen- oder Buben-Solo gespielt werden darf, muß bei Beginn des Spieles vereinbart werden.

Zuweilen wird "Zwangs-Solo" verabredet. Darunter ist zu verstehen, daß jeder Spieler wenigstens einen Solo spielen muß. Wer seinen Solo noch nicht gespielt hat, wenn die Kasse leer ist, wenn das Spiel also eigentlich beendet ist, der muß nun Solo spielen, einerlei ob er gute oder schlechte Karten bekommt. Sind mehrere im Rückstand, dann geht es der Reihe nach, vom Geber aus gerechnet.

Um diese harte Bestimmung zu mildern, trifft man auch wohl die Verabredung, daß der Solospieler, der am Schluß zwangsweise spielen muß, der, wie man sagt, "vorgeführt" wird, eine schlechte Karte gegen eine beliebige andere, natürlich hohe Trumpfkarte, tauschen darf. Gewinnt er damit, so erhält er nur den halben Gewinnsatz. Verliert er, so wird der Verlust berechnet wie sonst.

Wie beim Skat kann auch beim normalen Spiel oder beim Solo, wenn es bei Beginn des Spielens so verabredet wurde, "Kontra" geboten werden. Hat ein Gegenspieler eine starke Gegenkarte, so daß nach seiner Meinung das Spiel gegen die Alten oder gegen das Solo gewonnen wird, so bietet er Kontra. Alsdann zählt das Spiel, einerlei ob es verloren oder gewonnen wird, in der Berechnung doppelt. Glauben die Spieler mit den Alten oder glaubt der Solospieler, das Spiel trotzdem zu gewinnen, so antworten sie mit dem "Rekontra" oder "Re". Alsdann zählt das Spiel vierfach. Kontra muß vor dem Ausspielen der ersten oder fünften Karte angesagt werden, Re sofort anschließend, je nachdem welche Sondervereinbarungen vor Beginn des Spiels getroffen wurden.